Bau / Sanierung

Brandschutzsanierung im Mehrfamilienhaus: Erfolgreiche Beseitigung von Brandschutzmängeln in Melle

Wie eine umfassende Bestandsanalyse, fachgerechte Planung und professionelle Umsetzung den Brandschutz nachhaltig verbessert haben

Die Sanierung von Brandschutzmängeln ist ein entscheidender Faktor für Sicherheit, Werterhalt und gesetzliche Konformität – besonders in älteren Mehrfamilienhäusern. In einem aktuellen Projekt in Melle wurden im Rahmen einer behördlichen Ortsbegehung mehrere gravierende Brandschutzdefizite festgestellt, darunter fehlende Rauchabzüge, brennbare Verkleidungen im Treppenraum und unzureichende Abschottungen. Durch eine umfassende brandschutztechnische Ertüchtigung, die Entfernung von Brandlasten und die fachgerechte Umsetzung aller Maßnahmen konnte der bauliche Brandschutz vollständig wiederhergestellt und deutlich verbessert werden. 

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Der vorbeugende Brandschutz ist einer der zentralen Bausteine der Gebäudesicherheit – insbesondere in älteren Mehrfamilienhäusern, in denen bauliche Veränderungen, Nutzungsänderungen oder nachträgliche Einbauten über Jahrzehnte hinweg zu sicherheitsrelevanten Defiziten führen können.

Ein aktuelles Projekt in einem Mehrfamilienhaus in Melle zeigt exemplarisch, wie wichtig eine systematische Analyse, eine fachgerechte Planung und eine konsequente Umsetzung brandschutztechnischer Maßnahmen sind.

Im Rahmen einer Ortsbegehung durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde wurden mehrere erhebliche Brandschutzmängel festgestellt. Diese wurden anschließend durch uns bewertet, planerisch begleitet und vollständig beseitigt. Der folgende Bericht dokumentiert den gesamten Prozess – transparent, nachvollziehbar und praxisnah.

Ausgangssituation: Brandschutztechnische Mängel im Bestand

Im Zuge einer behördlichen Ortsbesichtigung wurden verschiedene brandschutzrelevante Defizite im Gebäude festgestellt. Die Bauaufsichtsbehörde dokumentierte unter anderem:

„Im vorhandenen Treppenhaus sind sämtliche Wände und Decken durch die angebrachten Holzverkleidungen zusätzlich brandgefährdet.“

Ebenso wurde ein fehlender Rauchabzug bemängelt:

„Für den innenliegenden Treppenraum ist im Dachgeschoss keine Rauchabzugsöffnung […] vorhanden.“

Diese Feststellungen machten deutlich, dass der bauliche Brandschutz nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprach und eine umfassende Sanierung erforderlich war.

Analyse der festgestellten Mängel

Die behördliche Mängelliste umfasste mehrere sicherheitsrelevante Punkte, die sowohl den ersten Rettungsweg als auch die Brandweiterleitung im Gebäude betrafen.

Treppenraum – Erster Rettungsweg

Der Treppenraum ist ein notwendiger Treppenraum nach NBauO und muss entsprechend geschützt sein. Festgestellt wurden:

Brennbare Holzverkleidungen

Die vorhandenen Holzverkleidungen an Wänden und Decken stellten eine erhebliche Brandlast dar. Sie widersprachen den Anforderungen an nichtbrennbare Baustoffe im Treppenraum.

Fehlender Rauchabzug

Ein innenliegender Treppenraum muss über eine Rauchabzugsöffnung verfügen. Diese war im Dachgeschoss nicht vorhanden.

Elektrische Unterverteilung ohne F30-Abtrennung

Die Elektroverteilung im 1. Obergeschoss war nicht feuerhemmend vom Treppenraum getrennt.

Brandlasten im Treppenraum

Schränke und Einbauten behinderten den Rettungsweg und erhöhten die Brandlast.

Fehlende Brandschutztür zum Kellergeschoss

Die Tür entsprach nicht den Anforderungen an eine feuerhemmende Abschottung.

Fachgerechte Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen

Nach der technischen Prüfung und Abstimmung mit den beteiligten Fachfirmen wurden sämtliche Mängel vollständig beseitigt. In unserer Stellungnahme heißt es:

„Die brandschutztechnischen Mängel wurden zwischenzeitlich überprüft und im Zuge der Bauausführung durch Fachfirmen beseitigt.“

Im Folgenden die wichtigsten Maßnahmen im Detail:

Entfernung aller Brandlasten im Treppenraum

Alle Schränke, Einbauten und sonstigen brennbaren Gegenstände wurden entfernt. Der Treppenraum ist nun vollständig freigehalten und entspricht den Anforderungen an notwendige Rettungswege.

Ertüchtigung der Treppenhauswände und -decken

Die brennbaren Holzverkleidungen wurden:

  • vollständig zurückgebaut oder
  • brandschutztechnisch ertüchtigt (z. B. durch F30-Anstrich).

Damit erfüllen die Bauteile nun die geforderte Feuerwiderstandsdauer.

Herstellung eines normgerechten Rauchabzugs

Ein neuer Rauchabzug mit einem freien Querschnitt von mindestens 0,5 m² wurde eingebaut. Die Ausführung entspricht den Vorgaben der DVO-NBauO und verbessert die Entrauchung im Brandfall erheblich.

Brandschutztechnische Trennung der Elektroverteilung

Die elektrische Unterverteilung wurde durch:

  • eine feuerhemmende Abtrennung (F30)
  • bzw. einen feuerhemmenden Schrank

brandschutztechnisch gesichert.

Einbau einer Brandschutztür zum Kellergeschoss

Die Tür wurde durch eine zugelassene Brandschutztür ersetzt, um eine Brandweiterleitung in den Treppenraum zu verhindern.

Weitere brandschutztechnische Maßnahmen

Zusätzlich wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Abschottung relevanter Installationen
  • Anpassungen an Türen und Bauteilen
  • Verbesserung der allgemeinen Brandschutzstruktur
  • Vorbereitung der Anleiterprobe für den zweiten Rettungsweg

„Durch die ausgeführten Bautätigkeiten wurde eine wesentliche Verbesserung des Brandschutzes erzielt.“

Ergebnis: Ein deutlich sichereres Gebäude

Durch die konsequente Umsetzung aller Maßnahmen erfüllt das Gebäude nun wieder die brandschutztechnischen Anforderungen. Die Sicherheit der Bewohner wurde nachhaltig verbessert.

Die wichtigsten Verbesserungen im Überblick:

  • Sichere und freie Fluchtwege
  • Verbesserte Entrauchung durch neuen Rauchabzug
  • Reduzierte Brandlasten
  • Feuerhemmende Abtrennung kritischer Installationen
  • Normgerechte Brandschutztüren
  • Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben

Fazit: Brandschutz im Bestand ist unverzichtbar

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßige Überprüfungen und fachgerechte Sanierungen im Bestand sind.

Gerade ältere Gebäude weisen häufig versteckte Risiken auf, die erst durch eine professionelle Begehung sichtbar werden. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Eigentümer, Behörde, Fachfirmen und uns konnte der Brandschutz nachhaltig verbessert und der Gebäudewert langfristig gesichert werden.

Holzverkleidungen und fehlende Sicherheitsvorkehrungen – ein Treppenhaus mit hohem Brandrisiko.

Brandschutzgerechter Ausbau – neue Wandverkleidungen und vorbereitete Installationen.

Baustelle im Treppenhaus – Rückbau und Vorbereitung brandschutztechnischer Maßnahmen.

Modernisiertes Treppenhaus – freier Rettungsweg und normgerechte Ausstattung.

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